Die Demo, an der ich teilgenommen habe, war friedlich. Viele SchülerInnen und StudentInnen aus ganz Thessaloniki haben sich versammelt und laufen recht rasch ihren Demoweg. Danach löst sich der Zug auf.
Hungrig wie ich war, bin ich dann erst mal in die Unikantine der Aristotelesuniversität gegangen, das Essen ist dort nämlich umsonst! Auf dem Rückweg gehe ich an ca. 100 Studierenden vorbei, die sich in einer Traube vor dem Politechnio versammelt haben. Neugierig geh ich mit meinen 2 Begleiterinnen hin und wir vernehmen ein Gerücht, dass irgendjemand irgendwo einen Stein in eine Scheibe geschmissen hat. Nach wenigen Minuten rast eine Polizeisondereinheit, die auf Motorrädern unterwegs ist, vorbei. Panik bricht aus, die Gruppe stürmt durch das Tor in den Innenhof. Die Sondereinheit kehrt zurück und steht erst mal vor verschlossen Toren, während die Studierenden und ich zum Eingang der Uni reinen. Erwähnt werden muss hier, dass Unis Asyl genießen, das heißt in Griechenland ist es Polizisten und Militär untersagt Unigelände zu betreten. Diese Regelungen ist auf die Erfahrungen der Juntajahre von ’67 bis ’74 zurückzuführen.
Anyway, die zurückgekehrten Polizisten fangen an Tränengas in den Vorhof zu schmeißen, einige bekommen es ins Gesicht, alle in die Atemwege. Blitzschnell hatten wir alle einen Schal vor dem Mund, hat leider nichts gegen das Brennen beim Einatmen geholfen. Mit geschlossen Türen standen alle erst im Gang und wirres Diskutiere setzte ein, was jetzt getan werden muss. Richtig Panik ist dann ausgebrochen, als die Polizisten über den zaun gestürmt sind und in den Hof rein, wir sind dann alle verstreut in die Uni reingerannt, jeder woanders hin.
Aber die Lusf im ganzen Unigeäude war noch Tränengas getränkt. Eine halbe Stunde haben wir drinnen verbracht, als wir festgestellt haben, dass die Polizisten verschwunden waren. Letztendlich haben es alle zum Hinterausgang rausgeschafft und nach kurzer Diskussion eine Spontidemo in Bewegung gesetzt. Einige junge Männer haben sich goße, breite Holzstöcke geholt, was sie damit noch angestellt haben, wollte ich liebe nicht wissen. Denn ich bin dann abgehauen. Den Eindruck von griechischen Demonstrationen und griechischer Polizei nehme ich aber gerne mit.










Location: Mainland of Crete, Highest Mountain 2456m




