Nach langer Verzögerung folgt nun der Erlebnisbericht von meiner Olympbesteigung. Defintiv zählt der Olymp, wobei es sich eigentlich nicht nur um einen Berg handelt sondern um mehrere mit mehreren Gipfeln, zu den schönsten Orten Griechenlands. Bilder vom Olymp sehen allerdings sicher nicht wie das typische Griechenland-Postkartenmotiv mit blauem Meer und weißen Häusern aus, eher alpin wirkt das Panorama. Und dass ich in den Tagen zwischen dem 31.Juli und dem 2.August auf subtropischen Breitengraden einen Pulli brauchen würde, hätte ich vorher auch nicht geglaubt. Aber gut vorbereitet machten wir uns am Freitag Mittags los. Etwas naiv in der Annahme, dass wenn wir mit dem Zug zur Haltestelle „Litochoro“, ein Dorf am Fuße des Berges, aussteigen auch in Litochoro ankommen, waren wir allerdings doch. Und da vom Bahnhof, der ca. 6 km vom Dorf entfernt ist, nur eine Schnellstraße ohne Fußgängerweg in den Ort führt, bleibt einem fast gar nichts anderes übrig als zu trampen. Aber Gott sei Dank sind griechische FahrerInnen hilfsbereit und so haben wir es via Autostopp bis nach Prionia geschafft, einem etwa 18km von Litochoro entfernten und auf 1100m gelegenem „Ort“. Dieser Ort besteht aus einem Parkplatz und einer gutbesuchten Taverne. Dort konnte es dann losgehen mit der richtigen Wanderung. In cira 3,5 h legten wir 1000 Höhenmeter zurück und kamen schließlich geschafft aber beeindruckt von der Landschaft und der entzückenden Flora und Fauna und überrascht wie kalt der Wind doch weht auf der Schutzhütte A an. Den ersten Tag verbrachten Jakob und ich also damit den Weg zur Schutzhütte zu erklimmen, wo wir völlig fertig, als um 22 Uhr Zapfenstreich war – haargenau wie auf bayerischen Berghütten (Alpenvereinsmitglieder bekommen im Übrigen Rabatt) – ins schnell aufgebaute Zelt fällt. Leider hatten wir keine Isomatte dabei, so kamen wir bei 10 Grad Nachttemperaturen leicht ins Zittern. Der zweite Tag begann damit, dass wir uns rechtzeitig bei Sonnenaufgang aus dem bequemen Bett begaben um nach dem Frühstück mit einem anderen Paar aus Niedersachsen den Gipfel zu erklimmen. Ich muss hier nochmal daran erinnern, dass es mehrere Gipfel gibt: Der Mytikas mit seinen 2917m gilt als der höchste Punkt Griechenlands, ist allerdings nur mit richtiger Kletterausrüstung zu besteigen. Der zweithöchste „Skolio“ zählt ganze 2904 Höhenmeter und ist zu Fuß mit guter Anstrengung in 4h hin und zurück machbar. Erschöpft erreichten wir diesen und trugen uns ins Gipfelbuch ein. Auf dem Weg folgte uns ein wilder schwarzer Hund, der sein Interesse dann aber auf die auf einem Nachbahrgipfel laufenden Gämsen richtete. Während Moritz und Anna weiter ins Tal gewandert sind, machten wir uns danach einen schönen Tag um für den Abstieg am Sonntag morgen fit zu sein. Und das war genau richtig. Denn die ersten 2 h hinunter nach Prionia sind wirklich noch angenehm. Doch wir konnten natürlich nicht genug bekommen, so sind wir in circa 6 Stunden weitere 1000 Höhenmeter durch die atemberaubende Ennipeasschlucht gewandert. Auf und ab geht es über Stock und Stein und es treibt einem den Schweiß ins Gesicht, doch man wird belohnt: Mit dem kühlen Bergfluss Ennipeas, der immer wieder kleine Stauungen bildet, die zum hineinspringen und verweilen einladen, unberührter Natur, imposanten Felsenlandschaft und dem guten Gefühl es nach 8 Stunden Wanderung geschafft zu haben.




