Am letzten Sonntag hat die ganze Nation getrauert, nachgedacht und wütend festgestellt, dass sich seit dem letzten Jahr nichts verändert hat. Die Zehntausend, die da auch diesen Sonntag und Montag auf die Straßen gegangen sind hatten da nicht nur die willkürliche, blinde Gewalt eines Polizisten im Kopf, der vor einem Jahr einen 15-jährigen erschossen hat.
Zum einem kritisieren sie natürlich die griechische Polizeit, die völlig berwaffnet, oft völlig willkürlich handelt. Ich war am Montag auf der Schüler und Studentendemo und die häufigste Parole lautete “Bullen, Schweine, Mörder”. Viele machen sich Sorgen, dass der Polizist, der Alexis (diesen Namen verwendet jedeR hier, als wäre der Junge ein enger Freund gewesen) erschossen hat, recht glimpflich davon kommen wird, wenn sein Prozess Mitte Januar startet. Grund dazu gibt ein öhnlicher Vorfall aus dem jahre ’85, bei dem ebenfalls ein jugendlicher durch den Schuss eines Polizisten umgekommen ist. Der Beamte musste schließlich für 8 Monate ins Gefängnis dafür.
Viele tiefer wiegt jedoch die große Unzufriedenheit mit so ziemlich allen, aber sehr wesentlichen Dingen. Die Schulen bilden nur schlecht aus, alle Kinder hier gehen nachmittags und am Wochenende zusätzlich auf Privatschulen, so stehen griechischen SchülerInnen im internationalen Vergleich am meisten unter Stress. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit einer der höchsten in Europa, die Lebenshaltungskosten so hoch wie nie, Korruption macht vieles ungerechter, das griechische Rekorddefizit zwingt die Regierung zu Sparmaßnahmen und und und